Dichterworte

Dass wir erschraken, da du starbst, nein,
dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.

Rainer Maria Rilke

 

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Dietrich Bonhoeffer

 

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

 

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
werde ich immer bei euch sein.

Rainer Maria Rilke


Herr: es ist Zeit.
Der Sommer war sehr groß.
Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Rainer Maria Rilke

 

Ich kam an deine Küste als ein Fremdling,
ich wohnte in deinem Hause als ein Gast,
ich verlasse deine Schwelle als ein Freund,
meine Erde.

Rabindranath Tagore

 

Und am Ende meiner Reise
hält der Ewige die Hände
und er winkt und lächelt leise -
und die Reise ist zu Ende

Matthias Claudius

 

Alle, die in Schönheit gehn,
werden in Schönheit auferstehn.

Rainer Maria Rilke

 

Alles Getrennte findet sich wieder.

Friedrich Hölderlin


Philosophenworte

Verachte nicht den Tod,
sondern befreunde dich mit ihm,
da auch er eines von den Dingen ist,
die die Natur will.

Mark Aurel


Ich glaube,
dass wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehn, 
von welchem unser Sonnenlicht 
nur der Schatten ist.

Arthur Schopenhauer

 

Ihr, die ihr mich so geliebt habt,
seht nicht auf das Leben, 
das ich beendet habe,
sondern auf das, welches ich beginne.

Aurelius Augustinus

 

Der Tod lächelt uns alle an, 
das einzige was man machen kann,
ist zurücklächeln!

Marcus Aurelius

 

Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen,
dessen andere Seite Auferstehung heißt.

Romano Guardini

 

Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird, 
zu leben. 

Marcus Aurelius



Christlich

Haltet mich nicht auf,
denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben.
Lasst mich, dass ich zu meinem Herren ziehe.

Moses 24,56

 

Der Tod ist das Tor zum Licht
am Ende eines mühsam gewordenen Weges.

Franz von Assisi

 

Ihr habt jetzt Trauer,
aber ich werde euch wiedersehen
und euer Herz wird sich freuen.

Johannes 16,22

 

Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst.

Jesaja 43,1

 

Nun aber bleibet Glaube, Liebe, Hoffnung -
diese drei,
aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

1. Kor. 13,13

 

Die richtig vor sich gewandelt sind,
kommen zum Frieden.

Jes. 52,2

 

Selig sind die reines Herzens sind,
denn sie werden Gott schauen.

Math. 5,8


Buddhistisch

Im Meer des Lebens,
Meer des Sterbens,
in beiden müde geworden,
sucht meine Seele den Berg,
an dem alle Flut verebbt.

Japan, 7. Jahrhundert

 

Der Schatten des Bambus im Mondlicht
wischt den Staub von den Treppenstufen
die ganze Nacht lang.
Nichts ist weggewischt!

Zen-Gedicht


Sonstige

Holder Engel schlummere süß,
deine Eltern weinen,
bis sie einst im Paradies
sich mit dir vereinen.


Wer einen Fluss überquert,
muss die eine Seite verlassen.

Mahatma Gandhi
 

Nicht verloren,
nur vorangegangen.

Michelangelo
 

Möglicherweise
ist ein Begräbnis unter Menschen
ein Hochzeitsfest
unter Engeln.

Khalil Gibran
 

Ihr glaubt,
eine Beerdigung zu besuchen,
aber in Wirklichkeit
kommt ihr zu einer Geburt.

Jostein Gaarder

 

Alles Vergängliche,
ist nur ein Gleichnis.
Das Unzugängliche,
hier wirds Ereignis.
Das Unbeschreibliche, hier ists getan -
Das Ewig - Weibliche -
zieht uns hinaus.

Chorus mysticus Finis

 

Über allen Gipfeln ist ruh -
In allen Wipfeln ruhest du.
Kaum ein Hauch -
Die Vöglein schweigen im Walde.
Warte nur,
bald ruhest auch du.

Johann Wolfgang von Goethe
 

Ich habe dich je und je geliebt,
darum habe ich dich zu mir gezogen,
aus lauter Güte.

Jerem. 31, 3

 

Die Liebe höret nimmer auf!

1. Kor. 13,8

 

Steh nicht weinend an meinem Grab,
denn ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot.
Ich bin nicht fort.

Joyce Fossen


Memento mori

Vergiss nicht, wie lange du schon die Verwirklichung deiner Grundsätze hinausschiebst. [...] Du musst doch endlich einmal begreifen, was das für ein Kosmos ist, von dem du ein Teil bist, und wer der Gestalter der Welt ist,  als dessen Ausstrahlung du ins Leben tratst. Dass dir nur eine einbegrenzte Spanne Zeit vergönnt ist; nutzt du sie nicht zur Erleuchtung deiner Seele, dann wird sie eines Tages verstrichen sein und du selbst dahin, und eine zweite Möglichkeit, wird dir nicht gegeben werden.

(Marc Aurel, Selbstbetrachtungen)

 

Geh ins Gericht mit dir, meine Seele, ja quäle dich nur! Mit dir zufrieden zu sein, wirst du bald keine Zeit mehr haben! Nur eine kurze Spanne ist jedem zugemessen, und du hast deinen Lauf schon fast vollendet.

(Marc Aurel, Selbstbetrachtungen)